, Manuel Estermann

1. Mannschaft belohnt sich nicht für gute Leistung

In einer umkämpften Partie bietet der HSV dem oberklassigen FC Ruswil lange die Stirn, ehe die Kräfte in der Verlängerung dann doch entscheidend nachlassen.

Für die seit Sommer von Oliver Schmid und Markus Häne geführte erste Mannschaft des Hildisrieder SV galt es vergangenen Samstag zum ersten Mal ernst: Die erste Runde im IFV-Cup stand an, Gegner zuhause auf dem Bogehüsli war der 3. Ligist FC Ruswil. Das Ziel bei den Hildisriedern war klar: Den Oberklassigen so lange wie möglich ärgern und bei Gelegenheit zuschlagen.

Bei herrlichem Fussballwetter starteten beide Mannschaften engagiert in die Partie. Wie zu erwarten, startete der FC Ruswil mit etwas mehr Ballbesitz. Dennoch war das Spiel in seiner Gesamtheit sehr ausgeglichen, keine Mannschaft schaffte es, offensiv Druck zu erzeugen. Beide Abwehrreihen arbeiteten in der Startphase hervorragend. Das Spiel entwickelte sich in der Folge schnell zu einer zwar kampfbetonten, aber fairen Angelegenheit. Trotzdem hagelte es vor allem für das Heimteam gelbe Karten. Weiterhin schaffte es der Favorit aus Ruswil aber nicht, die HSV-Defensive aus der Ruhe zu bringen. In dieser Phase vor der Pause war es sogar nun der HSV, der die gefährlicheren Möglichkeiten hatte. Zweimal verpasste man die Führung nur knapp, ehe der vermeintliche Führungstreffer sogar gelang. Die Freude währte allerdings sehr kurz, der Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt. So ging es mit dem 0:0 in die Pause. Mit diesem Resultat konnten die Hildisrieder wohl etwas besser leben als der Gegner.

Nach der Pause änderte sich immer noch nicht viel am Spielgeschehen, ausser dass Offensivaktionen des Heimteams nun wirklich sehr selten wurden. Doch auch die Gäste brachten weiterhin kaum etwas zustande, wirkten zwischenzeitlich beinahe ratlos und fanden kein Mittel, um kompakt agierende Hildisrieder in Bedrängnis zu bringen. Mit fortschreitender Spieldauer machte sich dann auch die Nervosität beim 3.-Ligisten so langsam aber sicher bemerkbar. Mitte der zweiten Halbzeit kam der FC Ruswil dann doch noch zu einer absoluten Topchance, alleine vor dem HSV-Tor setzte der Ruswiler Stürmer den Ball aber neben das Tor. Ein paar Minuten später wurde dann ein Hildisrieder mit Gelb-Rot vom Platz geschickt, wegen angeblichem Reklamieren. Der HSV konzentrierte sich in der Folge also nun definitiv darauf, den eigenen Kasten sauber zu halten. Wirklich brenzlig wurde es in der regulären Spielzeit nicht mehr, es kam also zur Verlängerung.

Nun hiess es Kräfte sammeln und weitermachen! Leider dauerte es dann keine zwei Minuten, ehe ein Ruswiler nach einem Freistoss allein vor dem HSV-Tor an den Ball kam und dann auch zur Gäste-Führung traf. Ausgerechnet eine Standardsituation, normalerweise die Waffe der Unterklassigen, wurde dem HSV zum Verhängnis. In der Folge machten sich dann bei beiden Mannschaften die fehlenden Kräfte etwas bemerkbar, die Partie verlor etwas an Tempo. Hildisrieden sah sich aber nun gezwungen, die Offensive wieder zu suchen, vorerst aber vergeblich. Im Gegenteil: Nach einem eigentlich halbherzig gespielten Ruswiler Angriff führte ein Missverständnis zwischen dem HSV-Keeper und einem Verteidiger zu einem sehr unglücklichen Eigentor. Das 0:2 bedeutete die Vorentscheidung. In der zweiten Halbzeit der Verlängerung warf der HSV zwar nochmals alles nach vorne, ausser dem 0:3 nach einem Ruswiler Konter schaute dabei aber nichts mehr heraus. So endete die Partie am Schluss viel zu deutlich mit eben jenem 0:3.

Trotz der Niederlage darf man beim HSV sehr stolz auf diese Leistung sein, hatte man doch einer guten 3.-Liga Mannschaft über mehr als 90 Minuten die Stirn geboten. Festzuhalten bleibt allerdings auch, dass man sich in Zukunft für einen solchen Auftritt dann eben auch selbst belohnen muss, um als Sieger dastehen zu können. Für Hildisrieden geht es dann nächstes Wochenende weiter mit dem Meisterschaftsstart in Alpnach. Das im Cup gewonnene Selbstvertrauen kann man dann gleich in jene Partie mitnehmen.

Telegramm

Hildisrieder SV: Betschart; Villiger, M. Estermann, Schmid; Jost, S. Ruckli, Schurtenberger, S. Ineichen, Bachmann, Barmettler; A. Ineichen (Pfister, F. Ruckli, Boothe, Thaqi).

FC Ruswil: Bachmann; Hofstetter, Herzog, Bucher, R. Albisser; J. Simon, D. Simon, Kirpichnikov, Groenendijk; Fuschetto, E. Albisser (von Rotz, Spaar, Limacher, Muff, Primus, Steffen).

Tore: 92. Groenendijk 0:1, 99. Pfister 0:2 (ET), 115. Groenendijk 0:3.

Bemerkungen: 87. Gelb-Rote Karte für S. Ineichen